
Laufen im Schichtdienst: So bleibe ich dran, auch wenn der Alltag dazwischenfunkt
Früh-, Mittel- oder Spätdienst plus Familie: Wie ich trotzdem regelmäßig laufe, was mir dabei hilft und was ich tue, wenn es mal nicht klappt.
Frühdienst um 5:45 Uhr, Spätdienst bis nach 23 Uhr, dazwischen Familie, Termine und ein Kalender, der selten so aussieht wie geplant. Wenn du das kennst, weißt du: Laufen passt nicht von allein in so einen Alltag. Ich arbeite in einem Hotel, bin Vater von zwei Kindern und versuche trotzdem, regelmäßig zu laufen. Mal klappt das gut, mal gar nicht. Hier schreibe ich auf, was bei mir funktioniert.
Mein Alltag in Kürze
Meine Schichten richten sich nach Meetings, der Auslastung im Hotel und danach, welche meiner beiden Abteilungen gerade Unterstützung braucht. Das heißt: Früh-, Mittel- oder Spätdienst, und das Ende der Spätschicht ist manchmal offen. Dazu kommt der Familienalltag. Feste Laufzeiten, wie man sie aus vielen Trainingsplänen kennt, gibt es bei mir nicht.
1. Ich laufe zu Zeiten, die ohnehin frei werden
In der Regel laufe ich montags und donnerstags. Montags hat meine Frau den langen Arbeitstag, dann bin ich nachmittags für die Kinder da. Mein Sohn hat zu dieser Zeit Fußballtraining, und genau dann drehe ich meine Runden auf der Laufbahn. Donnerstags ist es genauso. Ich muss mir die Zeit also nicht extra freischaufeln, sie entsteht durch einen Termin, den es sowieso gibt.
Mein Tipp daraus: Schau, wo in deiner Woche schon Wartezeit steckt, zum Beispiel beim Training der Kinder.
2. Ich lege meine Sachen vorher raus
Mein kleinster Trick ist auch mein wirksamster: Ich lege mir die Laufsachen bereit, am Morgen oder, wenn ich früh laufen will, schon am Abend davor. Wenn alles bereitliegt, muss ich nicht mehr entscheiden, sondern nur noch losgehen.
3. Die Müdigkeit gehört dazu
Vor den Läufen bin ich fast immer müde, nach langen Diensten sowieso. Und trotzdem erlebe ich es immer wieder: Das Schwerste ist der Weg nach draußen. Wenn ich einmal unterwegs bin, lassen Demotivation und Müdigkeit mit der Zeit nach. Das ist meine persönliche Erfahrung und kein Trainingsrat. Wenn du dich wirklich krank oder ausgelaugt fühlst, ist eine Pause die bessere Entscheidung.
4. Manchmal laufen die Kinder mit
Ein besonderer Motivator: Wenn eines meiner Kinder mitlaufen möchte, ist die Entscheidung sofort gefallen. Dann geht es nicht um Tempo oder Strecke, sondern um die gemeinsame Zeit.
5. Ich brauche nicht viel Ausrüstung
Spezielles Equipment habe ich nicht: ein Paar Laufschuhe, die mir geschenkt wurden, eine Fitbit Air, die ich mir für den Alltag gekauft habe, und eine Laufweste, in der ich das Handy und Kleinigkeiten mitnehmen kann. Du musst nicht erst etwas kaufen, um anzufangen.
Wenn es mal nicht klappt
Ich will ehrlich sein: Es klappt nicht immer. Hin und wieder verwerfe ich einen ganzen Lauf, weil die Müdigkeit aus dem Alltag oder der Schicht zu groß ist. Manchmal laufe ich eine Woche lang gar nicht oder nur an einem Tag. Und trotzdem packt mich irgendwann wieder die Lust, eine Runde zu drehen. Für mich ist ein Ausfall deshalb kein Scheitern, sondern Teil des Weges.
Warum ich das aufschreibe
Ich möchte meine Erfolge festhalten und auch in den sozialen Medien sichtbar machen. Das motiviert mich selbst, und vielleicht auch dich, wenn es dir ähnlich geht: dranbleiben, auch wenn es schwer ist.
Dein erster Schritt
Such dir diese Woche einen Termin, bei dem du ohnehin Zeit hast, zum Beispiel das Training deiner Kinder oder eine Wartezeit. Lege am Vorabend deine Schuhe bereit und lauf zehn Minuten. Mehr braucht der erste Schritt nicht.
Ich bin kein Trainer und kein Ernährungsexperte, sondern jemand, der dranbleiben will. Dieser Artikel beschreibt meine Erfahrungen und ersetzt keinen Rat von Fachleuten.